15.02.21

Grüß Gott!

Ein schöner Brauch, den man wieder beleben könnte.

 

Der Schorndorfer Grüß-Gott-Weg hat seinen Namen dem Volksmund zu verdanken. Schließlich ist Schorndorf eine Kleinstadt, der Weg unterhalb des Schurwaldes beliebt und man grüßt sich, wenn man dort spazieren geht. Das ist ein schöner Brauch, denn man ist ja nicht allein unterwegs. Immer wieder begegnen einem Menschen, die einem direkt ins Gesicht schauen, einen anlächeln und mit einem freundlichen „Grüß Gott“ vorübergehen. Allmählich aber verschwindet dieser süddeutsche Gruß und wird immer häufiger durch das saloppe und irgendwie inhaltsleere „Hallo“ ersetzt. Das ist schade, wir wissen nämlich oft gar nicht mehr, was wir da eigentlich sagen. Ursprünglich ist „Grüß Gott“ eine verkürzte Fassung von „Grüß dich Gott“ und bedeutet „Möge dir Gott freundlich begegnen“ bzw. „Gott segne dich“. Damit wird aus einer schlichten Begrüßungsformel, die dem Gegenüber nichts weiter signalisiert als „du bist also auch hier“, ein guter Wunsch, der die Begegnung, und sei sie noch so zufällig und folgenlos, auf eine andere Stufe stellt. Mit dieser Floskel zeige ich, dass ich denjenigen, dem ich begegne, als Mitmenschen wahrnehme, als Teil der Schöpfung, der wir alle entstammen.

Ich wünsche Ihnen eine behütete Woche.

Ihre Heike Kistner

1. Vorsitzende des Kirchengemeinderates