05.04.21

Ostern

Die andere Seite des Kreuzes

© Foto: Heike Kistner

 

Marter und Qualen, unglaubliches Leid, menschliche Grausamkeit, all das kommt uns in den Sinn, wenn wir an den Ostertagen auf das Kreuz schauen. Wir sehen Jesus Christus mit der Dornenkrone am Kreuz, links und rechts von ihm zwei Kriminelle, die das gleiche Schicksal erleiden müssen. Blicken wir auf die Zeit vor Christus und auf die über 2000 Jahre nach seinem irdischen Wirken, sehen wir eine unvorstellbar hohe Zahl weiterer Gekreuzigter. Menschen, die in Kriegen sterben mussten, gefoltert, gequält, ausgebeutet oder auf der Flucht. Immer wieder tun wir uns gegenseitig unbeschreibliches Leid an und rufen selbst mit im Chor das „Kreuzige ihn!“ Dieser Blick auf das Kreuz zeigt uns unsere brutale, böse und gnadenlose Seite.

Zu Ostern gehören aber auch Hoffnung, Erlösung und Befreiung und wir können die Folgen der Auferstehung hier und heute erfahren. Diese Seite des Kreuzes ist hell, es befindet sich mitten unter uns, es ist mit bunten Mosaiken geschmückt und zeigt uns, wozu wir Menschen auch imstande sind. Wir können uns einander zuwenden, uns gegenseitig stützen, uns in harten Zeiten die Hand reichen. Das Kreuz steht nicht nur als Mahnung senkrecht und ehrfurchtgebietend vor uns, sondern es verbindet uns untereinander und erschafft das Leben immer wieder neu.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete, hell leuchtende Osterwoche.

Ihre Heike Kistner

1. Vorsitzende des Kirchengemeinderates