Stadtkirche am Abend: Warum ich noch Christ bin

21.März 2021. Der katholische Theologe Prof. Dr. Andreas Benk war zu Gast in der Abendgottesdienstreihe „Stadtkirche am Abend“.

 

Lebenshaltung statt religiöser Formeln

 

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Für viele ist die Frage gar nicht so leicht zu beantworten: Warum bin ich eigentlich noch Christ und sogar Mitglied in einer christlichen Kirche? So vieles spricht dagegen: Missstände, abschreckendes unglaubwürdiges Personal, unverständlich gewordene lebensfremde Glaubenssätze.

Am 21. März war Prof. Andreas Benk zu Gast in der Abendgottesdienstreihe „Stadtkirche am Abend“. Sehr persönlich, sehr kritisch und gelegentlich auch radikal beantwortete der Professor für Religionspädagogik am ökumenischen Institut der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd am Ende eines langen Berufslebens diese Frage.

Es sind nicht die religiösen Formeln, es ist die praktische Lebenshaltung, die ihn am Christentum faszinieren und überzeugen. Von  vorgefertigten Glaubenssätzen und Dogmen der Kirchen, die jeder und jede glauben muss, müsse man sich verabschieden.

Die Humanität ist auch für Religionen das Maß aller Dinge. In seinen Antworten wurde er konkret, was für ihn Nachfolge heißt und welche gute Gründe für ihn noch dafür sprechen, Christ zu sein, ohne sich dabei über andere Religionen oder Denkweisen zu überheben. Da ist die Rede von Menschlichkeit und Hoffnung  - im Sinn des biblischen Glaubens, dass die Grenze des Menschenmöglichen nicht die Grenze unserer Hoffnung bestimmt.

Die Aufgabe der Religionen aus seiner Sicht beschreibt er mit einer Antwort, die Max Horkheimer 1970 dem „Spiegel“ gab. Dieser antwortete auf die Frage „brauchen wir eine neue Religion?“:

„Nein, […] Mögen die alten Konfessionen weiter existieren und wirken in dem Eingeständnis, dass sie eine Sehnsucht ausdrücken und nicht ein Dogma. […] Religion soll dem Willen Ausdruck geben, dass dieses Unrecht, dass der eine schuldlos zu Tode gemartert wird, der Henker triumphiert, nicht das letzte Wort sei, vor allem jedoch so handeln, wie es der auf Sehnsucht begründeten Theologie entspricht“

Das Saxophonquartett der Jugendmusikschule Schorndorf und Johannes Groß (Saxaophon) zusammen mit Yannick Maurice Groß (Orgel) gestalteten den eindrucksvollen Abend mit.

 
 
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 Professor für Religionspädagogik am ökumenischen Institut der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd