Stadtkirche am Abend: Nächstenliebe braucht Klarheit

15.Nov.2020. Hans Ulrich Probst plädiert für ein deutliches sicht- und hörbar machen, wer unter Hass und Ausgrenzung leidet - auch in der Kirche.

 

Rechtes Gedankengut auch in der Mitte der Kirche

 

Hans-Ulrich Probst, Referent für die Themen Populismus und Extremismus der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, legte den Finger dorthin, wo es wehtat, auf Rechtspopulismus innerhalb der Kirche 

 

VON DOROTHEE EISRICH

 

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„Wir Christen sind keine Insel der Seligen“, sagte Hans-Ulrich Probst und zitierte dazu aus einer Studie zum Thema Kirchenmitgliedschaft und Hass auf andere. „Nächstenliebe verlangt Klarheit. Nächstenliebe wird nicht zur leeren Phrase, wenn wir auch in den Reihen der Kirche sicht- und hörbar machen, wer unter Hass und Ausgrenzung leidet. Was es bedeutet, Antisemitismus, Homosexuellenfeindlichkeit oder Rassismus zu erfahren. Lasst uns den Betroffenen zuhören“, so Probst. Dieser Appell des Referenten steht am Ende eines Abends, nachdem die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ernüchternden Zahlen konfrontiert wurden, die zeigen, dass rechtes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft – und auch in der Mitte der Kirche – angekommen ist: „Es sind keine Themen der politischen Ränder.

 
 
Anne Hiddeßenmore_vertical
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