Lebendiger Gedankenaustausch in Corona-Zeiten

Am 3. März haben wir den Anfang gemacht. Ganz unterschiedliche Menschen unserer Gemeinde kamen, um miteinander Hoffnung zu schöpfen und sich auf Ostern vorzubereiten.

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Musik zum Nachdenken und Zur-Ruhe-Kommen, Impulse mit Erfahrungen aus der Corona-Zeit und ein lebendiger, offener Gedankenaustausch füllten die Zeit vor dem gemeinsamen Abendgebet.

 

So berichteten einige aus der Runde (mit Abstand und Mikrofon), wie sie die Zeit des Lockdowns gerade erleben, was sie an Veränderungen wahrnehmen, was ihnen Sorge und was auch Hoffnung macht. Was Kraft gibt und woran es sich lohnt, weiterzudenken und weiterzumachen:


„Ich bin viel allein und das belastet mich. Gut gemeinte Ratschläge wie: ‚Schau doch mal, wie es den Menschen in anderen Ländern geht‘, helfen nicht. Was hilft, ist, zu akzeptieren, dass es schwer ist und das auch aushalten zu lernen.“


„Mir geht es gut. Ich bekomme regelmäßig Rente, ich kann übers Smartphone Kontakt halten zur Familie und zu Freunden.“


„Ich erlebe in der Kirche, dass ihre Feuer langsam runtergebrannt sind. Aber man erkennt jetzt auch die Glut wieder besser. Den Kern der Dinge, das, was uns wärmt und zusammenführt. Da kann wieder etwas entstehen.“

„Mir macht Sorge, dass sich Entscheidungswege verändern. Dass aufgrund technischer Einschränkungen weniger gefragt, weniger diskutiert, weniger um gute Entscheidungen gerungen wird - und dass die Entscheider einsamer und müder werden.“

 

„Mir macht Sorge, dass wir immer noch abwarten. Es gibt so große und wichtige Probleme, die wir jetzt angehen müssen. Wir müssen gemeinsam handeln. Und da sehe ich uns als Christen in der Verantwortung. Die Kirche hat mehr Möglichkeiten als viele andere im Moment.“

 

„Für mich als neu in Deutschland Angekommene ist es durch den Corona-Lockdown noch schwieriger, Kontakte zu knüpfen und die Sprache zu lernen. Was mich trägt, ist die Hoffnung.“


Eine „Corona-Schatzkiste“ ist in der Kirche aufgestellt und lädt ein, Gedanken und Ideen zu teilen, wie wir als Kirche und als Gemeinschaft von Christen dazu beitragen können, dass das Leben nach und trotz Corona gerechter, friedlicher und nachhaltiger wird. Auch die ganze Woche über kann man dort oder an einer Pinwand seine Gedanken einwerfen oder anbringen: Welche Veränderungen gehen gerade vor sich? Welche Erfahrungen möchte ich bewahren? Woran lohnt es sich, weiter zu denken und weiterzumachen?

 

Alle haben eine Hyazinthen-Zwiebel mitgenommen als Zeichen für das GUTE LEBEN FÜR ALLE, das aufblühen soll.

Herzliche Einladung an alle zu den kommenden Mittwochs-Begegnungen vor Ostern in unserer Stadtkirche!