01.06.2011
Teichs Traum: Eine sanierte Stadtkirche
Heute feiert Dekan Volker Teich seinen 60. Geburtstag / Der persönliche Wunsch: Freude an der Arbeit bis zum letzten Tag
Dekan Volker Teich hat an seinem heutigen 60. Geburtstag einen Wunsch und einen „Traum“: dass die Innensanierung der Stadtkirche so rechtzeitig fertig wird, dass er mindestens noch ein Jahr in ihr predigen kann. Nur zur Orientierung: Bis der Dekan in Ruhestand geht, gehen noch rund fünfeinhalb Jahre ins Land.
Insofern ist der heutige 60. Geburtstag auch eine Zäsur dergestalt, als er in etwa die Mitteder Zeit von Volker Teich als Dekan in Schorndorf markiert. Die etwas längere erste Halbzeit war, so sagt’s der Jubilar, geprägt vom Wachsen von vielen schönen Beziehungen zu den Menschen und vom Vertrautwerden mit den Anforderungen eines neuen Amtes und mit einer Stadt und einem Kirchenbezirk, in dem das Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung – und zwar nicht nur innerhalb der evangelischen Gemeinden - groß geschrieben werden.
Zumindest was die innerkirchliche Verständigung angeht, nimmt Volker Teichdurchaus für sich in Anspruch, seinen aktiven Teil dazu beigetragen haben. Indem er sich eben nicht, wie vielleicht von manchen befürchtet, in erster Linie als Vertreter der „Lebendigen Gemeinde“ profiliert habe, sondern einen offenen und vertrauensvollen Umgang und Dialog mit allen evangelischen Christen gepflegt habe. Wie das im Übrigen seit einigen Jahren auch in der Synode der Fall sei. Dass es da auch schon andere Zeiten und härtere Fronten gegeben hat, weiß der 60-Jährige mit seiner mittlerweile 30-jährigen Synodalerfahrung nur zu genau.
Umso mehr freut er sich, dass sich zu seiner heutigen Geburtstagsfeier außer der Direktorin des Oberkirchenrats, Dr. Margit Rupp, Altlandesbischof Dr. Maier, den zwei Prälaten Hans-Dieter Wille (Heilbronn) und Dr. Christian Rose (Reutlingen), dem Landrat und dem Oberbürgermeister auch Vertreter, teilweise sogar die Sprecher aller vier in der Synode vertretenen Gesprächskreise angekündigt haben. Das zeige, dass es in der Landeskirche verschiedene Positionen, aber noch mehr Gemeinsamkeiten gebe, meint Teich.
Pfarrer-Dichte nicht zu halten, aber keine katholischen Verhältnisse
Von den großen Gestaltungsmöglichkeiten und von der zunehmenden Erkenntnis abgesehen, welch große gesellschaftsdiakonische Herausforderungen die Kirche zu bewältigen hat, sieht Volker Teich den besonderen Reiz seines Amtes in der Aufgabe, die einzelnen Gemeinden bei der Frage, wie Kirche der Zukunft aussehen könnte, begleiten und beraten zu dürfen. Und da gebe es in der geografischen Breite von Schnait bis Kaisersbach durchaus unterschiedliche Ausgangspositionen: einerseits die ganz starken Remstalgemeinden mit einem großen Potenzial Ehrenamtlicher und andererseits den stark ländlich geprägten Raum, wo diese Basis nicht so stark sei und wo es, wie sich jetzt gerade in Schlichten und Baiereck zeige, schwer sei, eine – in diesem Fall auf 75 Prozent – reduzierte Pfarrstelle zu besetzen. Und der Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Präsenz der Kirche vor Ort ist laut Volker Teich noch nicht ausgereizt.
In der bevorstehenden nächsten Pfarrplandiskussion werde es um die Streichung von zwei weiteren Pfarrstellen im
Kirchenbezirk gehen (müssen), vermutet Teich. Was darauf hinweise, dass es bei der derzeitigen Dichte der Versorgung mit evangelischen Pfarrern wohl nicht bleiben werde. Katholische Verhältnisse seien aber nicht zu befürchten, sagt Teich, der aber nicht ausschließt, dass unter diesen Umständen und vor dem Hintergrund, dass der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung weiter abnimmt, katholische und evangelische Kirchengemeinden in Zukunft noch mehr zusammenarbeiten, als sie es in vielen Gemeinden ohnehin schon tun. Und zwar unabhängig davon, ob eine Gemeinde nun eher liberal oder eher evangelikal geprägt sei. Wobei einen großen Anteil an dieser ökumenischen Entwicklung die gemischt- konfessionellen und damit auch konfesssionsverbindenden Paare hätten.
Finanzen sind weniger ein Problem, wenn eine Gemeinde lebt
Sorgen bereiten den Gemeinden im Kirchenbezirk auch der Zustand vieler Gebäude und die Verpflichtung, eine „Gebäudesubstanzerhaltungsrücklage“ auszuweisen. So schwierig wie das Wort sei auch die praktische Umsetzung, sagt der Dekan und gibt zu bedenken, dass in anderen Kirchenbezirken schon Gemeindehäuser geschlossen worden sind. Umgekehrt ist eine Erkenntnis des Dekans aber auch, dass Finanzen selten und weniger das Problem sind, „wenn eine Gemeinde lebt und blüht“. Beispielhaft nachzuvollziehen sei das an der Finanzierung von Stellen im Jugendbereich
etwa in Urbach, Winterbach und Oberberken.
Insofern ist der heutige 60. Geburtstag aus Sicht des Dekans durchaus ein Fixpunkt, von dem aus es sich lohnt, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Beruflich und persönlich. Er wünsche sich als Dekan und Pfarrer, dass die derzeitige Freude an der Arbeit bis zum letzten Tag anhält, sagt Volker Teich, der nichts gegen Konflikte und Spannungen hat, solange sie nicht überhandnehmen und solange am Schluss immer wieder die Verständigung steht.
Zum Geburtstag ein Benefizkonzert
Mit freundlicher Genehmigung der Schorndorfer Nachrichten, Hans Pöschko.
Artikel als pdf zum Download
Spendenspiel:
Reservieren Sie eine Bildfläche und spenden für die Innensanierung der Stadtkirche
virtueller Rundgang:

Betrachten Sie den virtuellen Rundgang mit 360°-Panoramabildern
Spenden-
kontonummer des
Kirchbauvereins
Stadtkirche
Schorndorf e.V.
Kreissparkasse Waiblingen
BLZ 602 500 10
Kontonummer 526 60 07